Ballonfahrt DP7X am 16. März 2013




Der Start gelang pünktlich im Zeitfenster, das zwischen 9:00 und 10:00 UTC lag. Um 9:24 UTC hob der Ballon mit seiner Nutzlast bei wolkenlosem Himmel von einem Parkplatz in der Nähe der DHBW-Karlsruhe ab. Verwendet wurde ein 600gr Ballon, das Gewicht der Nutzlast lag bei ca. 500gr. Zum Einsatz kam die alte Ballonsonde, die bereits einige Fahrten hinter sich gebracht hatte. Leider lag wohl ein Kabeldefekt in der Antennenanlage der Sonde vor, so daß das Signal nicht so stark wie sonst war. Unser Beobachtungssystem erlaubte aber dennoch eine sehr gute Verfolgung der Ballonfahrt bis auf ca. 2000m hinab. Sogar aus Italien bekamen wir gültige Empfangspakete. 

Mit einer anfänglichen Steigrate von ca. 3m/s war der Ballon nicht allzu schnell. Zunächst ging es recht gemütlich in Richtung Norden, bis der Ballon in eine westliche Luftströmung eintrat, die ihn dann mit einer Geschwindigkeit bis zu 120km/h  Richtung Osten davon trug. Bei Feuchtwangen erreichte er dann seine Bersthöhe von ca. 30200m. Bemerkenswert war kurz vor dem Platzen ein deutlicher Temperaturanstieg der Aussentemperatur und eine Steigerung der Übergrundgeschwindigkeit auf ca. 200km/h. Leider platzte dann ja auch der Ballon. Wir wären neugierig gewesen, ob sich die Geschwindigkeit der Luftbewegung weiter oben noch gesteigert hätte.

Nach dem Platzen ging es gemütlich zu Boden, die Anspannung stieg bei der Annäherung an an das einzig bedeutende Gewässer weit und breit, das dann zunächst auch glücklich überquert wurde. Leider währte die Freude nur kurz, denn die auch beim Start vorhandene nördliche Luftströmung in Bodennähe beförderte das Gefährt wieder zurück über den See, wo es dann auch wasserte.



Geschwindigkeit über Grund in km/h



Höhenprofil




Temperaturprofil



Teilnehmer am DBTS System

Insgesamt haben an der Ballonverfolgung folgende Stationen gültige Telegramme übertragen:

CALL LOCATOR SPOTS
DC4UI JN49DA 272
DG3IAP JN48KV 967
DG4SEX JN58AK 1
DG6UAI JN49GB 465
DHBW JN49EA 346
DK2GZ JN48GW 352
DM1SH JN49GA 645
DO7RSR JN48AR 56
DO8RP JN58AJ 357
IW4BET JN54QL 1
TEL09B1 JN49JB 219


DP7X im DX Cluster




160313 115902 & DX de DJ2TX:    145200.0  DP7X         5/5 in JO33SA!                 
160313 120027 & DX de I3MEK:    145200.0  DP7X         51 in jn55                     
160313 120225 & DX de DL5RDI:   145200.0  DP7X         59 QSb JN58 getting stronger   
160313 120459 & DX de DD5RS:    145200.0  DP7X         5/5 QSB   JO60XX               
160313 121701 & DX de DJ2TX:    145200.0  DP7X         JO33SA<TR>JN48TX 5/6 in JO33sa 
160313 122713 & DX de IW4BET:   145200.0  DP7X         57qsb >jn54ql                  
160313 124127 & DX de PF7M:     145200.0  DP7X         jn59cd 55 up 28KM jo33ba 515KM 
160313 124300 & DX de IW2NNZ:   145200.0  DP7X         jn45sn 41 qsb                  
160313 124436 & DX de PF7M:     145200.0  DP7X         jn59dd 29.4KM up               
160313 124659 & DX de DL3BUA:   145200.0  DP7X         59 QSB in JO73DB               

160313 124732 & DX de PF7M:     145200.0  DP7X         jn59ee 30.185 M up now 5/7    
160313 125358 & DX de PF7M:     145200.0  DP7X         going down quickly             
160313 125826 & DX de DL3BUA:   145200.0  DP7X         aus in JO73DB               

Zum Abschluß noch der erschütternde Bericht des Sondenjägers Franz DJ7KL 


Der Wetterballon fuhr bis östlich von Gunzenhausen in Mittelfranken - etwa 100 Kilometer Luftlinie und fiel dort in den großen Bromabachsee, leider konnte die Sonde daher nicht geborgen werden. Sie flog zwar bei der Landung über den See nach Süden hinweg, machte dann aber eine 180 Grad Kehre und flog wieder noch Norden in den See hinaus - Richtung Absberg/Enderndorf. Bei der Landung war ich in der Nähe (Pleinfeld), konnte aber die Sonde nicht bis zum Aufschlag im Wasser empfangen. Einerseits ist der See von Hügeln umgeben, zum anderen war die Abstrahlung des Gespanns diesmal recht gering. Trotzdem konnte ich eindeutig sagen, dass der Niedergang im See erfolgte. Daher suchte ich den Segel-und Boots-Hafen von Ramsberg auf, um mich dort über eine Bootsmiete zu informieren. Aber oh Graus, der ganze Hafen war vereist, kein einziges Boot oder Schiff zu sehen, auch auf dem ganzen See nicht!

Ein befahren des Uferbereichs ist dort strengstens untersagt, selbst das Abweichen von vorgegebenen Wanderwegen -z.B. durch den Wald an das Ufer- ist verboten. Um der Landestelle etwas näher zu kommen, machte ich mich zu Fuß von Ramsberg aus auf der Südseite des Sees Richtung Westen auf den Weg. Der führte aber größtenteils innerhalb des Waldes entlang, ohne Blick auf den See. Als ich aber etwa in Höhe des Landepunktes war, machte ich mich Richtung Norden auf, um an das Ufer zu kommen. Dort lag noch ziemlich viel Schnee. Am Uferbereich angekommen, konnte ich sehr entfernt den roten Schirm und etwas Weißes auf dem See treiben sehen. Es sah so aus, als ob es ziemlich nahe des Nordufers wäre. Also machte ich mich auf, wieder schnellstens zum Auto in Ramsberg zu kommen, um auf die Nordseite nach Absberg zu fahren. Dort angekommen konnte ich das Signal der Sonde erstmalig nach der Landung wieder empfangen, aber nicht dekodieren. Aber die Peilung mit einer Richtantenne zeigte –jetzt entgegengesetzt- wieder auf den See hinaus. Mit dem Fernglas war der rote Schirm wieder schnell ausgemacht, aber OHNE etwas zusätzliches Weißes. Da sah ich wie man sich täuschen kann: jetzt sah es so aus, als wenn der Schirm nahe des Südufers trieb. Da inzwischen ein ziemlicher Wind mit Wellengang aufkam und das Ganze eine Westströmung aufwies, die die Sonde in Richtung eines Sperrdammes treiben konnte, machte ich mich sofort zu Fuß auf den Weg über den Damm gen Süden. Unterwegs musste ich aber sehr bald feststellen, dass lauter Eisschollen an den Damm angeschwemmt wurden. Diese stapelten sich bereits 30-50 Meter weit in den See-Innenbereich. Also hätte ein Anschwemmen der Sonde auch keinen Sinn, ich käme da niemals heran. Nach einer gewissen Zeit setzte dann auch das Sondensignal aus und ich konnte auch optisch keine Sondenteile mehr auf dem See ausmachen. Anscheinend war alles untergegangen. Somit waren meine Möglichkeiten ausgeschöpft und ich musste leider unverrichteter Dinge den Heimweg antreten.

So, das war ein ausführlicher Bericht des unerschrockenen (engagierten) Ballonjägers, der von 11 gestarteten Ballons 8 erfolgreich barg; manch einen auch unter hohem Einsatz von Bäumen.

 





73 de Franz, DJ7KL


Die letzten Meter ...